Pädagogisches Konzept

„Kinder sollten mehr spielen, als viele Kinder es heutzutage tun. Denn wenn man genügend spielt, solange man klein ist, dann trägt man Schätze mit sich herum, aus denen man später ein Leben lang schöpfen kann.“ 

Astrid Lindgren

Kinderförderung

Jedes Kind ist eine eigenständige Persönlichkeit und wird von uns mit all seinen Stärken und Schwächen angenommen. Bedürfnisse, Interessen und Rechte der einzelnen Kinder werden ernst genommen und weitgehend berücksichtigt. Dabei steht der Spaß am spielerischen Lernen immer im Vordergrund. Kinder, Eltern und Erzieher haben so die Möglichkeit, voneinander zu lernen und miteinander zu leben.

Partizipation

Die Kinder werden in verständlicher, altersgerechter Sprache innerhalb ihrer Kompetenzen mit Unterstützung des Teams an den Themen beteiligt. Wir ermuntern die jungen Menschen, gemeinsam mit den anderen Kindern und uns Erwachsenen in einen Dialog zu treten. Wir geben ihnen Freiraum, um demokratisches Denken und Handeln zu erlernen, indem sie sich eine Meinung bilden können, ernst genommen werden und Wünsche und Kritik äußern dürfen. Anschließend werden diese Ergebnisse in den Alltag eingebaut. Dies geschieht z.B. bei der Auswahl von Angeboten, der Wahl des Spielortes, bei der Selbstbestimmung beim Essen, in offenen Gesprächskreisen, bei der Gestaltung des Geburtstages etc.

Persönlichkeitsentwicklung

Die Förderung von Selbstorganisation, Eigenständigkeit und Selbstbewusstsein sowie das Aufbauen von Frustrationstoleranz sind für uns wesentliche Ziele, damit die Kinder gestärkt in den nächsten Lebensabschnitt starten können. Durch die offene Frühstückssituation, beim Tischdecken, beim Anziehen sowie bei Schuki-Projekten fördern wir die EIGENSTÄNDIGKEIT UND SELBSTORGANISATION der Kinder. Wir stärken ihr SELBSTBEWUSSTSEIN, indem sie sich in der Darstellung vor Großgruppen üben können. Wir geben ihnen Raum für ihre Meinungsfreiheit, nehmen ihre Ideen auf und schätzen die Fähigkeiten des einzelnen Kindes.

Motorik / Bewegung

Das Reifen der Sinne und das Entwickeln von Bewegungsmustern sind besonders wichtig für gelingende Bildungsprozesse und stellen eine elementare Voraussetzung für die Gesundheit dar. Bei unseren Bewegungsangeboten im Freispiel und in den angeleiteten Turnangeboten steht die Förderung der GROB- UND FEINMOTORIK im Mittelpunkt. Vielfältige Sinneswahrnehmungen ermöglichen den Kindern ein gutes GLEICHGEWICHTSEMPFINDEN und ein klares KÖRPERGEFÜHL zu entwickeln. Dieses ist Voraussetzung für ein gesundes SELBSTWERTGEFÜHL. In allen Bewegungsangeboten soll besonders die FREUDE AN DER BEWEGUNG entdeckt und erhalten werden.

Natur und Umwelt

Die verschiedenen Lebensräume geben uns viele außergewöhnliche Reize, um die Sinne der Kinder herauszufordern. Auch im Lebensraum Kita wird der WISSENsdurst der Kinder an der Natur und Umwelt aufgenommen, sei es bei Sachthemen oder bei spontanen Funden auf dem Kitagelände. Die ERHALTUNG der Umwelt steht nicht nur bei Projekten im Mittelpunkt, sondern ist auch im Alltag, z.B. bei der Mülltrennung, bei Verpackungen etc., im Bewusstsein der Kinder. Durch Ausflüge in die umliegenden Wälder und Parks bringen wir die Kinder zu einem VERANTWORTUNGSVOLLEN UMGANG mit der Natur. Sie werden sensibilisiert, alles Lebende in seinem Lebensraum zu RESPEKTieren.

Kreativität

Die Kita ist ein Ort des KREATIVEN ERLEBENS. Wir verzichten auf vorgefertigte Schablonenarbeit, sondern stellen den Kindern vielfältige Materialien zur Verfügung. In angeleiteten Aktivitäten erleben die Kinder unterschiedliche Gestaltungstechniken und entwickeln eigene kreative Lösungen. Das freie Arbeiten mit Scheren, Prickelnadeln, Stiften und Klebstoff fördert die FEINMOTORISCHEN und GRAPHOMOTORISCHEN Fähigkeiten. Wir versuchen den Kindern genügend Raum für das AUSLEBEN und AUSPROBIEREN der kreativen Gedanken zu geben. Unsere Wertschätzung ihrer Arbeiten im Anschluss gibt den Kindern ein großes SELBSTWERTGEFÜHL und MOTIVATION für weiteres Tun.

Medien

Neue Medien machen auch vor der Kita-Tür nicht halt. Nicht gewusst ist schnell gegoogelt, das Foto kann direkt bestaunt werden und Bücher lesen sich selbst vor. Dennoch ist es uns ein Anliegen, Altbewährtes nicht aus den Augen zu verlieren. Das Stöbern im Lexikon gehört ebenso zu unserem Alltag wie das Vorlesen von Büchern, das Hören eines Hörspieles/Musik-CDs und das Spielen von Gesellschaftsspielen…und das völlig analog. Ein weiteres Ziel ist die Sensibilisierung der Eltern, auch zu Hause einen verantwortungsvollen Umgang mit den Medien zu haben.

Musikalische Früherziehung

Musik hat einen hohen Stellenwert und ist in unserem Alltag an vielen Stellen zu finden, z.B. beim Singen von Liedern mit gleichzeitig ausgeführten Bewegungen, im morgendlichen Stuhlkreis, bei den Bewegungsspielen, bei Tischsprüchen und Tänzen etc. Erste Berührungspunkte mit Instrumenten erleben die Kinder durch den Einsatz Orffscher Instrumente und die Liedbegleitung mit der Gitarre durch eine Erzieherin. Die Kinder haben die Möglichkeit, Musikstücke verschiedener Stilrichtungen und Lieder und Rhythmen aus fremden Ländern anzuhören und in Bewegung umzusetzen. Sie lernen durch Bewegung sowie den Einsatz von Musik bei Entspannungsübungen Musikstücke mit unterschiedlicher Dynamik und verschiedenen Charakteren kennen.

Entspannung

Im modernen Alltag spüren viele Kinder bereits Freizeitstress, Leistungsdruck und Reizüberflutung. Um immer ins Gleichgewicht zurück zu finden, ist ein gelassenes Umfeld wichtig. Verschiedene Entspannungstechniken, wie z.B. Rückenwahrnehmungsspiele, Muskelentspannung oder Fantasiereisen, nutzen wir als Möglichkeit, die „innere Ruhe“ zu finden. Entspannung stärkt die Fähigkeit, sich auf einzelne Wahrnehmungen zu konzentrieren und lässt Raum, um Gefühle, Kreativität und Gedanken zu sammeln und zu erleben. Die Kinder sollen sich gut spüren, um von äußeren Reizen nicht so schnell abgelenkt zu werden. Wer sich entspannen und konzentrieren kann, ist ausgeglichener und lernt leichter.

Soziales Miteinander

Die Kinder sollen einen positiven sozialen Umgang erlernen, damit es jedem Einzelnen in der Gruppe gut geht. Das gegenseitige HELFEN, die RÜCKSICHTNAHME auf andere und ein RESPEKTvoller Umgang sind unerlässlich, um als Gruppe zu funktionieren. Die Kinder sollen ihre Fähigkeit, Gefühle zu äußern, üben sowie lernen, auf Bedürfnisse und Wünsche anderer Kinder angemessen zu reagieren.

Sprache

Sprechen ist das Ergebnis einer positiven Gesamtentwicklung und eines unserer wichtigsten Kommunikationsmittel. Kinder lernen Sprechen in einer sprechenden Umgebung. Dabei kommt es in erster Linie auf die gute Interaktion zwischen Sprechendem und Hörendem an. Jedes Kind unterscheidet sich in seiner verbalen Entwicklung und muss individuell gesehen und gefördert werden. Unser Kitaalltag bietet viele Situationen, um mit den Kindern Gespräche zu führen, z.B. beim Mittagessen oder in der Ruhephase nach den Mahlzeiten. Als Gruppenaktivitäten im Stuhlkreis oder in den vielen anderen Kleingruppen, z.B. Schukigruppe, bieten sich Möglichkeiten, den Kindern gezielt zuzuhören und selber als gutes sprachliches Vorbild zu agieren.

Die Vorschulkinder nehmen am Würzburger Trainingsprogramm „Hören, lauschen, lernen“ teil. Hinter diesem Programm verbergen sich Sprachspiele für Kinder im Vorschulalter. Es dient zur Vorbereitung auf den Erwerb der Schriftsprache. Das Ziel des Trainingsprogramms zur phonologischen Bewusstheit (Phon = Laut im Bild) ist, dem Kind einen Einblick in die Struktur der gesprochenen Sprache zu verschaffen. In der Vorschulgruppe arbeiten die Kinder themenbezogen über einen längeren Zeitraum, um einen Spannungsbogen zu halten. Ein Schwerpunkt dabei ist das Entdecken, Forschen und Experimentieren. Des Weiteren geht es um die Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit, die Schulung der Feinmotorik, Kreativität und die gezielte Umsetzung von Arbeitsaufträgen. Im Rahmen dieser Gruppe bieten wir besondere Ausflüge an, z. B. einen Besuch bei der Feuerwehr, eine Fahrt zum Kletterpark und zum Schlittschuh laufen etc.. Zur Vorbereitung auf die Schulzeit findet das Projekt „Taffy – Ich kann brüllen wie ein Löwe” statt. Dies ist ein Projekt gegen sexuelle Gewalt für Vorschulkinder. Damit kann man sehr früh und kindgerecht vorbeugend handeln. Um der langen Kitazeit einen würdigen Abschluss zu verleihen, findet kurz vor dem Wechsel zur Schule eine Übernachtung in der Kita statt.

Unter 3-Jährige sind mit dabei

Kleinkinder benötigen vor allem eines: Zeit

Sie brauchen Zeit, sich in ihrem Tempo und ihrer individuellen Persönlichkeit entsprechend zu entwickeln. Sie sind in dieser Phase noch sehr an die primären Bezugspersonen gebunden. Aus einer sicheren Bindung heraus entwickeln sie zunehmend Selbstständigkeit, sich in der Kita immer besser zurecht zu finden. Aus diesem Grund ist eine intensive und individuelle Eingewöhnungsphase für jedes Kind genauso wichtig wie feste Rituale und Abläufe. Die Eltern begleiten ihr Kind im Gruppengeschehen, bis es sich sicher und geborgen fühlt. Dann findet eine schrittweise Trennung statt.

Kinder unter drei Jahren brauchen Räume, die Aktivität und Bewegung anregen, Kontaktaufnahme zu den Erziehern ermöglichen, aber auch den Kontakt zu den anderen Kindern fördern. Dazu stehen ihnen ein großer Bewegungsraum und ein kleinerer mit Bewegungslandschaft, eine geräumige Puppenwohnung, der Gruppen- und der Schlafraum zur Verfügung.

Rückzugs- und Entspannungsmöglichkeiten sind genauso wichtig wie die altersgerechte Auswahl an anregendem Spielmaterial. Dazu gehören u.a. Sortierteller, Puzzle, Spiele, Fühlobjekte, Stapelbecher, Naturmaterialien, Fädelangebote, Autos, Bausteine etc. Durch das Vorbildverhalten der pädagogischen Mitarbeiter, aber auch der älteren Kinder, dem Vorlesen von Büchern, dem Singen von Liedern und durch Fingerspiele wird die Entwicklung des Spracherwerbes unterstützt und gefördert.

Für Kinder, die einen höheren Schlafbedarf haben, bieten wir die Möglichkeit an, eine frühere Mahlzeit einzunehmen. Alle weiteren Kinder essen gemeinsam mit der Gesamtgruppe in ihrem Gruppenraum. Hier lernen sie von den Älteren und erweitern ihre motorischen Fähigkeiten im Umgang mit Besteck und Trinkgefäß. Nach dem Essen besteht für die Kinder die Möglichkeit des Mittagschlafs. 

Eingewöhnung

Bevor die aufregende Kitazeit beginnt, werden gemeinsam mit den Erziehern der Gruppe Schnuppertermine vereinbart, an denen das Kind zum ersten Mal „Maulwurf-Luft“ schnuppern und mit seinen Eltern einen ersten Eindruck des Kitalebens bekommen kann. Diese Termine finden in der Regel in den beiden Wochen vor den Kitaferien statt. 

Dann kann der erste offizielle Kitatag kommen. In der Eingewöhnungszeit wird das Kind von einer Bezugsperson begleitet. Diese kann Mama, Papa, aber auch Oma oder Opa sein.

In den ersten Tagen kann das Kind in Begleitung der Bezugsperson die Kita erkunden. Nach und nach traut es sich vielleicht auch schon alleine in den ein oder anderen Bereich. Da gerade in der Anfangszeit viele neue Eindrücke auf das Kind einwirken, sollten die ersten Tage vor dem Mittagessen (um spätestens 12 Uhr) enden.

Nach und nach und je nach Kind, kann sich die Bezugsperson im Kitaalltag zurückziehen. Allerdings sollte sie jederzeit erreichbar sein, falls die Sehnsucht des Kindes doch zu groß wird. Natürlich nehmen wir uns in der Eingewöhnungsphase immer wieder Zeit, um offene Fragen zu klären und täglich neu zu schauen, wie es dem Kind geht. Kuscheltiere und andere emotionale Unterstützung sind besonders in der Eingewöhnungszeit herzlich willkommen!

Kinder lieben Rituale

Rituale geben den Kindern Sicherheit und Geborgenheit. Eine wiederkehrende Tages- und Wochengestaltung ist dabei unterstützend. Dazu gehören unsere wechselnden Tagesangebote, um die Woche zu strukturieren, sowie täglich wiederkehrende Elemente, wie der Stuhlkreis, das Wickeln, Essen, Schlafen, etc. „Nach dem Mittagessen wird geschlafen, nun noch Nachtisch essen und schon kommt Mama“… das können sogar Zweijährige überblicken.

Doch auch kleinere Rituale, die diese Elemente einläuten, geben Sicherheit, sich auf Kommendes einzulassen. Dazu gehört der Tischspruch vor dem Essen, die Geschichte vor dem Schlafen etc. Rituale sind verlässlich, sicher wiederkehrend und sie gliedern den Tag. So kann sich das Kind auf die neuen Bezugspersonen und den Ablauf des Kitaalltages einstellen. Dies stärkt das Vertrauen in die neue Umgebung, und hilft, eigene Erfahrungen zu sammeln und die Welt in sicherer Umgebung zu erkunden.

Hilf mir, es selbst zu tun – die Rolle der Erzieherin

Der Übergang aus der Bindung von der ursprünglichen Bezugsperson zur neuen Bezugsperson, der Erzieherin, wird so gestaltet, dass das Kind sich dabei wohl fühlt und es nicht überfordert ist. Ist das Kind im Alltag angekommen und konnte ein Vertrauensverhältnis geschaffen werden, steht jetzt die frühkindliche Bildung im Vordergrund. Hierbei ist es wichtig, die Selbstbildung durch das Spiel zu fördern. Aufgabe der Erzieherin ist es, die Eigeninitiative des Kindes zu begleiten, zu unterstützen und dabei so wenig wie möglich vorzugeben. Dazu gehört auch, dem Erlernen von Alltagstätigkeiten, wie dem selbstständigen An- und Ausziehen, Essen etc. als Lernfeld Zeit und Raum zu geben. Wenn ein Kind die Möglichkeit bekommt, selbständiges Denken und Handeln zu entwickeln, fühlt es sich aufgehoben und kann zuversichtlich durchs Leben gehen.

Grundsätze für den liebevollen Umgang während der Pflege

Wickeln und Pflege bedeutet gleichzeitig auch eine behutsame Aufnahme des Körperkontaktes zwischen dem Kind und der meist ersten fremden Betreuungsperson nach den Eltern. Dies setzt eine vorherige Vertrauensbindung voraus. Es ist für uns selbstverständlich, beim Wickeln eine gute Atmosphäre zu schaffen, sich genügend Zeit zu nehmen und den Wunsch des Kindes nach Privatsphäre zu respektieren. Uns stehen zwei kindgerecht gestaltete Wickelräume zur Verfügung

Inklusion

In unserer Kita haben wir es uns zum Ziel gemacht, dass alle Kinder in ihren individuellen Lebenslagen und Verschiedenheiten als gleichwertige Menschen leben, gefördert und anerkannt werden. Da sich Kinder spontan und unbefangen begegnen, liegt hier die Chance zu einem unbelasteten, vorurteilsfreien Miteinander. Die Kinder lernen im Kindergarten voneinander und miteinander. Dieses Lernen im Sozialisierungsprozess ist Förderung aller Kinder. Wir respektieren die individuelle Lerngeschwindigkeit jedes einzelnen Kindes.

Mit dem Begriff der inklusiven Pädagogik wird meist die gemeinsame Erziehung, Bildung und Betreuung von Kindern mit und ohne Beeinträchtigung verbunden. Unser Maulwurfshügel ist geöffnet für alle Kinder, egal welcher Herkunft, Kultur oder besonderer Bedürfnisse.

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