U3

Unter 3 jährige sind mit dabei

 

Kleinkinder benötigen vor allem eines: Zeit!

Sie brauchen Zeit, sich in ihrem Tempo und ihrer individuellen Persönlichkeit entsprechend zu entwickeln. Sie sind in dieser Phase noch sehr an die primären Bezugspersonen gebunden. Aus Sicht der Bindung heraus entwickeln sie zunehmend Selbstständigkeit sich in der Kita immer besser zurecht zu finden. Aus diesem Grund ist eine intensive und individuelle Eingewöhnungsphase für jedes Kind genauso wichtig wie feste Rituale und Abläufe. Die Eltern begleiten ihr Kind im Gruppengeschehen, bis es sich sicher und geborgen fühlt. Dann findet eine schrittweise Trennung statt.

Kinder unter drei Jahren brauchen Räume, die Aktivität und Bewegung anregen, Kontaktaufnahme zu den Erziehern ermöglichen, aber auch den Kontakt zu den anderen Kindern fördern. Dazu stehen ihnen ein großer Bewegungsraum und ein kleinerer mit Bewegungslandschaft, eine geräumige Puppenwohnung, der Gruppen- und der Schlafraum zur Verfügung.

Rückzugs- und Entspannungsmöglichkeiten sind genauso wichtig wie die altersgerechte Auswahl von anregendem Spielmaterial. Dazu gehören u.a. Sortierteller, Puzzle, Spiele, Fühlobjekte, Stapelbecher, Naturmaterialien, Fädelangebote, Autos, Bausteine etc. Durch das Vorbildverhalten der pädagogischen Mitarbeiter, aber auch der älteren Kinder, dem Vorlesen von Büchern, dem singen von Liedern und durch Fingerspiele wird die Entwicklung des Spracherwerbes unterstützt und gefördert.

Die jüngeren Kinder nehmen die Mahlzeiten gemeinsam mit der Gesamtgruppe ein, unterstützt von der Bezugsperson. Auch hier lernen sie von den Älteren und erweitern ihre motorischen Fähigkeiten im Umgang mit Besteck und Trinkgefäß.

Eingewöhnung

Bevor die aufregende Kitazeit beginnt, werden gemeinsam mit den Erziehern der Gruppe zwei Schnuppertermine vereinbart, an denen das Kind zum ersten Mal „Maulwurfluft schnuppern“ und mit seinen Eltern einen ersten Eindruck des Kitalebens bekommen kann. Diese Termine finden in der Regel in den beiden Wochen vor den Kitaferien statt. Dann kann der erste offizielle Kitatag kommen. In der Eingewöhnungszeit wird das Kind von einer Bezugsperson begleitet. Diese kann Mama, Papa aber auch Oma oder Opa sein.

In den ersten Tagen kann das Kind in Begleitung der Bezugsperson die Kita erkunden. Nach und nach traut es sich vielleicht auch schon alleine in den ein oder anderen Bereich. Da gerade in der Anfangszeit viele neue Eindrücke auf das Kind einwirken, sollten die ersten Tage vor dem Mittagessen (um spätestens 12 Uhr) enden.

Nach und nach und je nach Kind, kann sich die Bezugsperson im Kitaalltag zurückziehen. Allerdings sollte sie jederzeit erreichbar sein, falls die Sehnsucht des Kindes doch zu groß wird. Natürlich nehmen wir uns in der Eingewöhnungsphase immer wieder Zeit um offenen Fragen zu klären und täglich neu zu schauen, wie es dem Kind geht. Kuscheltiere und andere emotionale Unterstützung sind besonders in der Eingewöhnungszeit herzlich willkommen!

Kinder lieben Rituale

Rituale geben den Kindern Sicherheit und Geborgenheit. Eine wiederkehrende Tages- und Wochengestaltung ist dabei unterstützend. Dazu gehören unsere wechselnden Tagesangebote, um die Woche zu strukturieren, sowie täglich wiederkehrende Elemente, wie der Stuhlkreis, das Wickeln, Essen, Schlafen, etc. „Nach dem Mittagessen wird geschlafen, nun noch Nachtisch essen und schon kommt Mama“… das können sogar Zweijährige überblicken.

Doch auch kleinere Rituale, die diese Elemente einläuten, geben Sicherheit, sich auf Kommendes einzulassen. Dazu gehört der Tischspruch vor dem Essen, die Geschichte vor dem Schlafen etc. Rituale sind verlässlich, sicher wiederkehrend und sie gliedern den Tag. So kann sich das Kind auf die neuen Bezugspersonen und den Ablauf des Kitaalltages einstellen. Dies stärkt das Vertrauen in die neue Umgebung, und hilft, eigene Erfahrungen zu sammeln und die Welt in sicherer Umgebung zu erkunden.

Hilf mir, es selbst zu tun – die Rolle der Erzieherin

Der Übergang aus der Bindung von der ursprünglichen Bezugsperson zur neuen Bezugsperson, der Erzieherin, wird so gestaltet, dass das Kind sich dabei wohl fühlt und es nicht überfordert ist. Ist das Kind im Alltag angekommen und konnte ein Vertrauensverhältnis geschaffen werden, steht jetzt die frühkindliche Bildung im Vordergrund. Hierbei ist es wichtig, die Selbstbildung durch das Spiel zu fördern. Aufgabe der Erzieherin ist es, die Eigeninitiative des Kindes zu begleiten, zu unterstützen und dabei so wenig wie möglich vorzugeben. Dazu gehört auch, dem Erlernen von Alltagstätigkeiten, wie dem selbstständigen An- und Ausziehen, Essen etc. als Lernfeld Zeit und Raum zu geben. Wenn ein Kind die Möglichkeit bekommt, selbständiges Denken und Handeln zu entwickeln, fühlt es sich aufgehoben und kann zuversichtlich durchs Leben gehen.


Grundsätze für den liebevollen Umgang während der Pflege

Wickeln und Pflege bedeutet gleichzeitig auch eine behutsame Aufnahme des Körperkontaktes zwischen dem Kind und der meist ersten fremden Betreuungsperson nach den Eltern. Dies setzt eine vorherige Vertrauensbindung voraus. Es ist für uns selbstverständlich, beim Wickeln eine gute Atmosphäre zu schaffen, sich genügend Zeit zu nehmen und den Wunsch des Kindes nach Privatsphäre zu respektieren. Uns stehen zwei kindgerecht gestaltete Wickelräume zur Verfügung.